Eine Selbstinszenierung in der dritten Person

(Ghostwriter's area)

 

 

 

Verviers, im April 1964

 

Jean-Louis Glineur wurde im April 1964 im belgischen Verviers im Zeichen des Widders als Sohn eines belgischen Berufssoldaten geboren. Die deutsche Ehefrau Martha (nachfolgendes Foto mit Baby Jean-Louis) des Léon Fernand Glineur stammte aus Hollerath in der Gemeinde Hellenthal. Beide lernten sich kennen und lieben, nachdem der 2. Weltkrieg im Jahr 1945 sein Ende fand und die alliierten Truppen auch mit belgischen Soldaten in der Eifel stationiert waren.

 Die Familie zog Ende der 60er Jahre von Belgien nach Gemünd, da der Vater von Jean-Louis Glineur unweit, im Camp Vogelsang, die letzten Jahre seiner Militärlaufbahn verbrachte und danach als Einsatzleiter im Bereich Security unter anderem sich für die Sicherheit von Botschaften und Konsulaten der damaligen Hauptstadt Bonn, aber auch von verschiedenen Unternehmen auszeichnete. In dieser Zeit, Mitte der 1970er Jahre, besuchte Jean-Louis Glineur das Städtische Gymnasium Schleiden, und bereits bei einem Elternsprechtag der 7. Schulklasse eröffnete sein damaliger Deutschlehrer der Mutter von Jean-Louis, dass er bei Klassenarbeiten und insbesondere seinen Aufsätzen eine recht kreative 'Schreibe'  hätte. Dabei, später in der Oberstufe, gehörte das Fach Deutsch überhaupt nicht zu seinen Favoriten, da er bei Interpretationen von Werken von Franz Kafka oder Annette von Droste-Hülshoff permanent von der Auffassung seines damaligen Deutschlehrers deutlich abwich und die dann eher mittelmäßigen Noten oder Punkte für solche Klassenarbeiten zu Grundsatzdiskussionen führten, die aber letztlich wenig Erfolg hatten.

 

 

 „Da war mir ein Deutschlehrer zuvor, der von Wuppertal in die Eifel gewechselt war, wesentlich lieber. Nicht alle seine Lehrerkollegen schätzten ihn, da er in der eher konservativen Eifel als politisch 'links' interpretiert wurde. Aber ihm verdanke ich aus seinem lebhaften Deutschunterricht, dass er mir mit dem Franzosen und Literaturnobelpreisträger Albert Camus einen meiner liebsten Autoren näher brachte.“  

 

Eine der typischen Leidenschaften des jungen JL war der Motorsport (siehe Foto; in einem Formel Ford im belgischen Zolder 1983). Seine Helden aus der Kindheit und Jugend waren die Rennfahrer Niki Lauda, Jacky Ickx und Gilles Villeneuve. Die Begeisterung ist ungebrochen. Daumen drücken aktuell? „Aber sicherfür Stoffel Vandoorne, Max Verstappen und Romain Grosjean. Und deutsche Racer betreffend Nico Hülkenberg." 

 

 

Jahre später

 

Schwabenkrimis von Klaus Wanninger und Eifelkrimis von Jacques Berndorf und Ralf Kramp beendeten viele Jahre  später eine Phase der Orientierungslosigkeit. Jean-Louis Glineur war in Sachen Krimi dem Reiz von Lokalkolorit erlegen und steht dazu: „Ohne die Lektüre von den Eifelkrimis à la Berndorf, Henn und Kramp, hätte ich vermutlich keinen Anreiz entdeckt, selbst einen Krimi zu veröffentlichen.“  Aus 'Todesangst' ohne Lokalkolorit wurde dann in viel nächtlicher Arbeit 'Todesangst in der Nordeifel' und aus der dritten Person entstand eine Ich-Erzählung mit dem Protagonisten Alwin Schreer, der mit einer Belgierin namens Anne-Catherine Vartan als Privatermittler von Aachen bis ins belgische Eupen und von der Städteregion Aachen bis in den Kreis Euskirchen ermittelt. 

„Die Person Schreer ist in mancher Hinsicht mein Alter Ego. Schreer und ich haben viele Gemeinsamkeiten. Wir haben Zivilcourage, sind unverbiegbar, nicht sehr diplomatische Typen und dennoch herzlich. Lügner, Heuchler und Schöntuer sind meiner Titelfigur und mir ein Grauen! Aber zumindest im Privatleben kann man solche Leute aussortieren. In allen anderen Lebenslagen kann man ihnen nur zeigen, dass sie sich mit miesem Charakter selbst disqualifizieren."  Das Erstlingswerk zu veröffentlichen, wurde für Jean-Louis Glineur zu einem Problem, das viele Autoren kennen, denn sein Manuskript wurde ihm mehr als einmal mit einer Absage zurückgeschickt, teils ungelesen, und ausgerechnet ein Hörbuchverlag (Radioropa Hörbuch, Daun) eröffnete ihm, dass man 'Todesangst in der Nordeifel' vertonen möchte. Mit der Stimme des Schauspielers Julian Mehne wurde das Werk als knapp vierstündiges Hörbuch Ende 2006 veröffentlicht und erzählt die Geschichte einer Mordserie und eines Sexualstraftäters, der Spuren von Aachen bis in das belgische Eupen, aber auch Richtung Gemünd und Euskirchen hinterlässt und noch ein ganz anderes Geheimnis dazu führt, dass der Unbekannte nun versucht, auch die Privatermittler Schreer und Vartan zu töten, da sie mittlerweile eine so heisse Spur haben, die ihn über 'kurz oder lang' entlarven würde.  

 Privates

 

Spät gab Jean-Louis Glineur auch das Single-Dasein auf, dies aber umso überzeugter, dass seine bessere Hälfte die einzig Richtige ist. So heiratete er seine Frau Ute, die auch aus der Städteregion Aachen stammt, im Dezember 2008. „Wenn ich an manche frühere Beziehung zurückdenke, ist meine Frau Ute wie Balsam für meine Seele. Sie gibt mir viel Kraft, wenn mal etwas nicht so gut funktioniert wie es sollte. Und sie ist mein Garant für eine wunderbare Harmonie und das Beste, was mir passieren konnte.“

 

 

Unverblümtes

 

Privat sagt der Autor offen, was er denkt. Diplomatie gehört nicht zu seinen Favoriten. Das hat Mitte der 1990er als sachkundiger Bürger für die SPD im Stadtrat Schleiden für Ordnungsrufe gesorgt. Ein loses Mundwerk? „Ja, auf meine Weise. Wenn mir etwas nicht gefällt, finde ich diesbezüglich klare Worte und Standpunkte immer dann, wenn's beim dezenten ersten Versuch nicht funktioniert. Genug Leute kommen damit nicht zurecht, aber das ist nicht mein Problem. Der Mensch hat recht ausgeprägte Vermeidungsstrategien. Das geht teils soweit, dass er lieber Problemen ausweicht anstelle diese zu lösen. Richtig allergisch reagiere ich auf Leute, die eher feige sind und dann lieber mit den Wölfen heulen anstatt Courage zu zeigen. Ich fühle mich mit klar formulierten Meinungen und Ansichten wohler und befreiter. Alles andere ist die Vorstufe zum Magengeschwür."

 

AUTOR WORT UND BILD     

FOTOGRAFIE

ARTWORK

 

Bugatti Typ 57

Version I 

Leinwand 80 x 120 cm

von Jean-Louis Glineur

Composite Photograph/Digital Work

 

 

 Panik in der Nordeifel - die Fortsetzung nach 10 Jahren

 

Das Konzept und 90 Prozent der Handlung ruhten fast 10 Jahre auf Glineurschen Festplatten. Er entschied, durch Anpassungen die tatsächliche Handlung in das Jahr 2016 zu "verlegen". Wie lebensnah politische Wandlungen wahr wurden, konnte auch vor 10 Jahren der Autor nicht ahnen: „Im August 2016 erschien zunächst der zweite Fall von Schreer und Vartan und titelt 'Panik in der Nordeifel'. Zwei pensionierte Studienräte suchen die Privatermittler Schreer und Vartan auf. Der brutale Mord an den ebenfallsq aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Kollegen Sturm und Kling führt zu der Annahme, dass jemand es auf die Lehrerschaft  eines Gymnasiums abgesehen hat. Alwin Schreer hat allerdings einen anderen Verdacht, da die Ermordeten Mitglieder einer rechtsextremen Partei waren. Dass der 26-jährige Sohn Michael des getöteten Ewald Kling ebenfalls ermordet wird,  festigt den Verdacht, denn er galt vor allem in Aachen und Umgebung als politischer Brandstifter. Der Mordversuch an einem weiteren Lehrer, wirft allerdings alle Annahmen um, dass Rechtsextreme das Ziel sind, denn der Überlebende  gilt als das krasse Gegenteil - er steht politisch 'links aussen'. 

Es werden Waffen im Keller von Michael Kling nach dessen gewaltsamen Tod entdeckt, und auf einem beschlagnahmten Computer kann ein Chatverlauf wieder hergestellt werden, der ein geplantes  Attentat auf zwei Flüchtlingswohnheime verrät.

 

Klings Tod hatte also auf makabre Weise etwas "Gutes", und dennoch gilt: ein Mord ist und bleibt ein Mord, auch dann, wenn  auf diese Weise ein von Rechtsextremisten groß angelegtes Attentat verhindert wurde. Ein zweiter Versuch erfolgt, den "Linksaußen" zu töten.

 

Die Lehrermorde scheinen also doch weniger politisch im rechtsextremen Bereich motiviert zu sein. Die Annahme, dass jemand es auf die Lehrer einer bestimmten Schule abgesehen hat und es überhaupt nicht um Politik geht, erhält somit neue 'Munition'.  Als der Täter auffliegt, herrscht  allgemeine Fassungslosigkeit..."

 

Halb Belgier, halb Deutscher und ganz klar Wallone

 

„Für meine begonnene Krimiserie finde ich das richtig geil, dass ich die Grenzregion bewohne und mir mit Alwin Schreer und Anne-Catherine Vartan einen Deutschen und eine Belgierin ausgedacht habe. In meinem persönlichen Alltag ist es nicht immer leicht, selbst "Beides" zu sein. Meine Mentalität ist ganz deutlich von Belgien geprägt, aber mein Leben ist gleichzeitig sehr davon gelenkt, dass ich ab dem fünften Lebensjahr in deutschen Landen aufwuchs. Ich weiß so auch sehr bewusst, was ich an beider Länder Mentalität sehr mag, aber auch, was ich an deutschen als auch an belgischen Marotten oder Eigenschaften nicht mag. Mittlerweile nenne ich mich letztlich am liebsten Europäer mit wallonischen Wurzeln."

Videos, Sound- und Bildbeiträge: Bild/Gestaltung lizenzfreies Material von pixabay.com und eigene Fotoarbeiten von Jean-Louis Glineur / Musik Freemusic by Youtube.com

Bildrechte/Copyright: Jean-Louis Glineur